25. Juni 2011: Geotag der Artenvielfalt

Zernez/Bozen  Pressemitteilung vom 16. Juni 2011

Internationaler GEO-Tag der Artenvielfalt

120 Forscher nehmen die Val Müstair unter die Lupe

Rund 120 Experten aus Südtirol, Nordtirol und der Schweiz werden am Samstag, 25. Juni verschiedene Lebensräume in der Val Müstair/Münstertal unter die Lupe nehmen. Ziel des GEO-Tags der Artenvielfalt ist die Erhebung möglichst vieler Arten aus rund 25 Tier- und Pflanzengruppen. Parallel zur Forschungsarbeit bieten die Wissenschaftler geführte Exkursionen für die Bevölkerung an.

Hauptziele des GEO-Tags der Artenvielfalt sind eine umfassende Aufnahme der Tier- und Pflanzenarten innerhalb von 24 Stunden und die begleitende Öffentlichkeitsarbeit. Was wächst und gedeiht in hiesigen Breiten? Dabei zählt nicht der Rekord. Vielmehr geht es darum, Bewusstsein zu wecken für die Biodiversität vor der Haustür und deren Bedeutung.
Die Idee wurde von der Zeitschrift GEO 1999 initiiert. Es ist die grösste Feldforschungsaktion in Mitteleuropa. Im Jahr 2010 haben über 35‘000 Personen mitgewirkt, darunter zahlreiche Zoologen und Botaniker.
Bewusst regt GEO Interessierte an, Begleitaktionen direkt vor der eigenen Haustür zu starten: im Schulgarten, auf der Wiese, im Wald, im Stadtpark, am Teich oder Flussufer, in der Kiesgrube – sei es in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dieses Jahr findet der GEO-Tag der Artenvielfalt zum zwölften Mal statt und wartet mit einer Neuerung auf: In der Val Müstair/Münstertal werden die Arten auf beiden Seiten der Grenze erhoben, der GEO-Tag ist somit international. Aus diesem Grund zählen nebst dem Amt für Naturparke und dem Naturmuseum Südtirol auch der Schweizerische Nationalpark, der Nationalpark Stilfser Joch, die Umweltschutzgruppe Vinschgau und die UNESCO-Biosfera Val Müstair-Parc Naziunal zu den Organisatoren. Die Veranstaltung ist von erheblicher wissenschaftlicher Bedeutung, da es den Fachleuten in den vergangenen Ausgaben jedes Mal gelungen ist, neue Arten für das Untersuchungsgebiet, ja sogar für Südtirol oder ganz Italien nachzuweisen.

Am Werk sind rund 120 Experten aus Südtirol, Nordtirol und der Schweiz. Sie werden verschiedene Lebensräume analysieren, zum Beispiel unterschiedliche Waldtypen, Trockenrasen, Fliessgewässer, Tümpel oder Moore. Darin erheben sie möglichst viele Arten aus folgenden Tier- und Pflanzengruppen: Pilze, Flechten, Kieselalgen, Moose, Gefässpflanzen, Schnecken, Tausendfüssler, Spinnen, Skorpione, Hornmilben, Libellen, Heuschrecken, Ameisen, Bienen, Käfer, Schmetterlinge, Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel, Fledermäuse, Groß- und Kleinsäuger.

Für alle Interessierten werden parallel zur Forschungsarbeit eine Reihe von geführten Exkursionen angeboten. Experten werden die Vielfalt dieses Lebensraumes im Überblick zeigen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnahme ist kostenlos.

Den Abschluss des Geo-Tags der Artenvielfalt bildet die öffentliche Vorstellung der ersten Ergebnisse von 18.30 bis 20.00 Uhr in der Schulturnhalle von Taufers. Die Experten geben einen ersten Überblick über die festgestellten Arten, über besondere Funde wie Wiederentdeckungen oder gar Neufunde. Die endgültigen Ergebnisse werden ein paar Wochen nach der Veranstaltung kommuniziert, da viele Arten nicht auf Anhieb im Feld, sondern erst im Labor bestimmt werden können. Alle Ergebnisse werden schliesslich Ende des Jahres in der Fachzeitschrift Gredleriana des Naturmuseums Südtirol veröffentlicht.

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Exkursionen
6.00 bis 9.30 Uhr: Der Biologe Udo Thoma aus Prad leitet eine vogelkundliche Exkursion durch die Golvawiesen (Treffpunkt beim Fernheizwerk Taufers an der Münstertalerstraße bei der Abzweigung nach Rifair, anschließend Bustransport zur Prader Sand möglich);

10.00 bis 11.30 Uhr: Johannes Dietl vom Nationalpark Stilfser Joch führt durch die Prader Sand (Treffpunkt: Prad, Sportplatz, anschließend Bustransport zum Nationalparkhaus Aquaprad und zurück nach Taufers möglich);

13.00 bis 14.30 Uhr: Johannes Dietl und weitere Mitarbeiter des Nationalparks Stilfser Joch zeigen das Nationalparkhaus Aquaprad (Treffpunkt im Nationalparkhaus Aquaprad, anschließend Bustransport nach Taufers und St. Maria möglich);

15.00 bis 18.00 Uhr: Grettina Weber von Pro Natura Val Müstair und die Umweltnaturwissenschaftlerin Regula Bollier führen durch verschiedene Lebensräume entlang des Rambachs (Treffpunkt: St. Maria, Rombrücke Plaun Schumpeder).

Fotolegenden: © Schweizerischer Nationalpark
Bild 1: Der geschützte Frauenschuh ist eine der prächtigsten wildwachsenden Orchideen
Bild 2: Experten erläutern Kindern die Wunder der Natur

Download Flyer zum Geo-Tag der Artenvielfalt


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