Gipfelflora im Treibhaus: Veränderungen der Alpenflora über das letzte Jahrhundert

Unsere Alpenflora ist stark durch das harsche, kalte Klima in grosser Höhe geprägt. Fasziniert davon und in der Hoffnung auf neue Artfunde oder Höhenrekorde, haben sich schon vor mehr als hundert Jahren Botaniker und interessierte Laien aufgemacht, die Pflanzenwelt der hochalpinen Regionen unserer Berge zu erforschen. Sie trugen Informationen über die Verbreitung und höchsten Vorkommen der verschiedenen Arten zusammen und dokumentierten ihre Funde und ihr Wissen in Herbarien und Publikationen.

Die Klimaerwärmung der letzten Jahrzehnte wirkt sich auf an kalte Temperaturen angepasste Ökosysteme wie diejenigen der Alpen besonders stark aus. Die Aufzeichnungen der «historischen» Botaniker liefern heute wichtige Referenzwerte für die Erforschung der Veränderungen der alpinen Pflanzenwelt. Vergleiche von «alten» und «neuen» Vegetationsaufnahmen, aber auch neue Forschungsinitiativen, zeigen auf, wie sich die Flora unserer Gipfel über das letzte Jahrhundert verändert hat. Sonja Wipf vom WSL Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF erzählt über die historischen Botaniker und ihre Forschungsarbeiten, zeigt, welche Bedeutung sie für die heutige Forschung haben und erklärt, wie sich die hochalpine Flora derzeit verändert.