Wechselausstellung

Der Rothirsch – ein Dauerläufer mit feinen Sinnen

24. Februar 2016 bis 6. Februar 2017

Faszination Rothirsch im Nationalparkzentrum

Am 24. Februar 2016 eröffnet der Schweizerische Nationalpark in seinem Besucherzentrum in Zernez die neue Sonderausstellung «Der Rothirsch – ein Dauerläufer mit feinen Sinnen». Die Ausstellung verschafft einen allgemeinen Überblick über die grösste bei uns lebende Huftierart und geht auch auf seine Entwicklung im SNP ein.

Laut Besucherumfragen gehört der Rothirsch zu den beliebtesten Arten im Schweizerischen Nationalpark (SNP). Das dürfte auch in unserem benachbarten Grossschutzgebiet, dem Nationalpark Stilfserjoch, nicht anders sein. Deshalb entschlossen sich die Verantwortlichen dazu, eine Ausstellung zu diesem imposanten wie auch intelligenten Paarhufer zu entwickeln. Anhand von Präparaten, Modellen und Originalobjekten beleuchtet die Ausstellung in ihrem Hauptteil die Biologie des Königs der Wälder.

Eindrückliche Sinnesleistungen

Der Rothirsch ist ein geruchlich orientiertes Tier. Durch seine Riechschleimhaut kann er bei günstigen Windverhältnissen Witterung auf einige hundert Meter wahrnehmen. Duftdrüsen und deren Duftsignale spielen im Sozialleben der Rothirsche – insbesondere während der Brunftzeit – eine entscheidende Rolle.
Doch auch das Gehör ist bei der Orientierung von grosser Wichtigkeit. Hirsche können ihre Ohren unabhängig voneinander bewegen und damit Geräusche zuverlässig orten.

Der Rothirsch im Schweizerischen Nationalpark

Drei ergänzende Tafeln informieren über die Entwicklung im SNP. Dass der Rothirsch bei uns Emotionen in alle möglichen Richtungen auslöste, zeigten spätestens die 1950er-Jahre, als mit zunehmenden Rothirschbeständen der Begriff «Hirschproblem» geprägt wurde. Intensive Forschungstätigkeit und die enge Zusammenarbeit zwischen dem Amt für Jagd Graubünden und dem SNP führten dazu, dass die Erkenntnisse 1989 ins neu revidierte Jagdgesetz einflossen. Mit dem dualen Jagdsystem gelang es in den Folgejahren, das «Hirschproblem», welches zeitweise gar die Nationalparkidee infrage gestellt hatte, in den Griff zu bekommen.

Weitere aktuelle Forschungsdaten zum saisonalen Wanderverhalten der Rothirsche unter dem Projektnamen «Ingio via?» zeigen teils verblüffende erste Erkenntnisse.

Ein ungerader 24-Ender!

Die Ausstellung lebt aber nicht von Fakten allein. Sie präsentiert auch etwas für’s Auge und sorgt für Emotionen – nicht nur bei Jägern. So kann das wohl bisher grösste Geweih eines Nationalparkhirsches aus der Val Trupchun bestaunt werden.
Dass Hirschstiere alljährlich ein neues Geweih aufbauen, zeigt eine eindrückliche Sammlung von Geweihstangen desselben Individuums über einen Zeitraum von elf Jahren.

Vernissage mit Fachpersonen

Dr. Hanspeter Gunsch und Ilona Ortler vom Team der Ausstellungsmacher aus dem Nationalpark Stilfserjoch werden anlässlich der Vernissage durch die Ausstellung führen. Gunsch wird dabei auch kurz auf die Situation der Rothirsche im Nationalpark Stilfserjoch eingehen. Hans Lozza, Leiter Kommunikation des SNP, moderiert die Vernissage und stellt die Bezüge zwischen Rothirsch und Schweizerischem Nationalpark her.

Kasten 1

Ein bunter Strauss von Begleitaktivitäten

  • Im Rahmen der Vortragsreihe NATURAMA des Schweizerischen Nationalparks wird die Biologin Pia Anderwald (SNP) einen Vortrag zu den neuesten Ergebnissen aus der Huftierforschung halten. Das genaue Datum wird noch publiziert.
  • Anlässlich des Tages der offenen Naturzentren bietet der SNP am Samstag, 17. September 2016, öffentliche Führungen durch die Ausstellung an.
  • Die Schulklassen der Region erhalten im Winter 2016/17 Gelegenheit, den imposanten Geweihträger im Rahmen der Winteraktivitäten im Besucherzentrum kennenzulernen.
  • Die Dauerausstellung im Besucherzentrum bietet mit dem Modul ROTIERsch und seiner «Geweihdrehorgel» einen weiteren Höhepunkt zum Thema Rothirsch.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung dauert bis zum 6. Februar 2017.

 

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Neue Sonderausstellung ab dem 9. Februar 2017:

ALPEN UND HOHER NORDEN

Hoch hinaus oder in die Ferne schweifen?

Angesichts des Klimawandels bleibt vielen alpinen Tieren und Pflanzen nichts anderes übrig, als in die Höhe zu klettern oder in kühlere Breiten auszuweichen. Der Künstler Dominique Cosandey präsentiert in seinen Lithografien Lebewesen wie Alpen-Schneehuhn, Schneehase oder Gegenblättriger Steinbrech, die durch die Klimaveränderung vor neue Herausforderungen gestellt werden. Die Ausstellung thematisiert verschiedene Möglichkeiten der Anpassung und schlägt die Brücke zu vergleichbaren Lebensräumen im Hohen Norden.

Nationalparkzentrum Zernez. Vernissage am Donnerstag, 9. Februar 2017 um 19 Uhr

Die Ausstellung wurde konzipiert von Daniel Cherix, Universität Lausanne und Dominique Cosandey

Sämtliche Informationen sind in Deutsch und Französisch verfügbar.