Wolf

Um kaum ein anderes Tier ranken sich so viele Geschichten wie um den Wolf.

Wer kennt sie nicht, die Märchen der Brüder Grimm. Bereits als Kinder wird uns erzählt, dass sich das Rotkäppchen vor dem «bösen Wolf» fürchtet. Der Wolf wurde in der Schweiz gnadenlos verfolgt und Ende des 19. Jahrhunderts ausgerottet. Lokalnamen mit «luf» erinnern uns an seine damalige Präsenz.

Dieser rudellebende, höchst anpassungsfähige Wildhund hat vor Jahren den Sprung von der Apenninenhalbinsel in die französisch-italienischen Alpen geschafft. Diverse Wölfe sind bereits in der Schweiz angekommen und haben auch den Weg weiter Richtung Osten gefunden. Am Calanda bei Chur hat sich bereits ein Wolfsrudel etabliert. Der Schweizerische Nationalpark wird aktiv weder Bären, noch Luchse oder Wölfe aussetzen. Selbständig eingewanderte Tiere sind jedoch höchst willkommen und innerhalb der Parkgrenzen in jedem Fall geschützt. Alle drei Arten gehören zur ursprünglichen Tierwelt der Region.

Wolf im Nationalpark

Nachdem in den letzten Jahren verschiedentlich Wölfe im und um den Schweizerischen Nationalpark (SNP) nachgewiesen oder vermutet wurden, kündigt sich seit Anfang des Winters 2016/17 eine neue Ära an, nämlich jene der längerdauernden und hoffentlich anhaltenden Wolfspräsenz im SNP. Seit November 2016 ist aus dem Raum S-chanf–Zernez–Ofenpass eine ganze Reihe von Spurennachweisen, Schilderungen von Beobachtungen und Fotobelegen zusammengetragen worden. Die bisher schönste Aufnahme eines Wolfs ist jene vom 20. Januar 2017, die mithilfe einer Fotofalle im Raum Il Fuorn gemacht werden konnte (siehe oben).

Zwei Kotproben erlaubten die Bestimmung des Individuums mittels DNA-Analyse und in beiden Fällen handelte es sich um F18, ein bekanntes Weibchen aus der italienischen Abstammungslinie, das 2016 bereits bei Chur, Bergün und Celerina festgestellt wurde. Aufgrund von Spuren hatten wir vermutet, dass es sich um ein Weibchen handeln könnte und solche sind bekanntlich für eine mögliche Familiengründung von besonderer Bedeutung. Dass eine Rudelbildung bevorsteht, ist gut möglich, zumal am 26. Februar 2017 im obersten Abschnitt der Val Müstair zwei Wölfe beobachtet werden konnten.

Auch im Winter 2017/18 hat sich der Wolf mehrheitlich im Nationalpark aufgehalten. Selbstverständlich werden wir die weiteren Entwicklungen im Auge behalten.

Die Rückkehr der Wölfe ist für die Ökologie des SNP ein bedeutsames Ereignis, dessen Fortsetzung erhebliche Auswirkungen auf die Begleitfauna und -flora haben könnte. Eines ist klar: Mit der ständigen Präsenz grosser Prädatoren kommt der snp seiner Bestimmung von «echt wild» ein erhebliches Stück näher.

Hier ein Link zu einer Beobachtung vom 21. April 2017

Download: Der Wolf im Kanton Graubünden im Jahr 2017

Download: Verhaltensregeln

Download: Der Wolf im Kanton Graubünden im Jahr 2016

 

Medienmitteilung 6.9.2012:  Wolfsnachwuchs im Kanton Graubünden

www.kora.ch