Schillernde Gaukler – Schmetterlinge im Schweizerischen Nationalpark
Im Nationalparkzentrum Zernez zeigen wir Ihnen bis Ende März 2012 unsere neue Sonderausstellung Schillernde Gaukler – Schmetterlinge im Schweizerischen Nationalpark. Lassen Sie sich überraschen! Vernissage am Mittwoch, 6. Juli ab 19 Uhr.
Die neue Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Zoologischen Museum Lausanne entstanden und zeigt erstmals auch Bilder der beiden Insektenfotografen Othmar Lesnik und Yannick Chittaro. Schmetterlinge schmeicheln einerseits dem menschlichen Auge, andererseits sind sie wichtige Indikatoren für den Zustand eines Lebensraums. Beide Blickwinkel sind in der Ausstellung vereint.
Zahlreiche Schmetterlingsarten befinden sich auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Hauptgrund für diese Entwicklung ist die Beeinträchtigung von Lebensräumen, insbesondere das Verschwinden der artenreichen Magerwiesen. Im SNP besteht die schweizweit einzigartige Möglichkeit, die vom Menschen unbeeinflusste Entwicklung der Schmetterlinge in den letzten 100 Jahren zu dokumentieren. Er beherbergt mit 97 Arten die Hälfte der in der Schweiz vorkommenden Arten. Im Gegensatz zu vielen anderen Gegenden hat sich der Artenbestand in den letzten 80 Jahren wenig verändert. Dies wissen wir aufgrund der Untersuchungen des Genfer Forschers Arnold Pictet, der von 1920 bis 1940 umfassende Studien im SNP durchführte. Dank des Vergleichs mit Forschungsaktivitäten der Universität Lausanne und des Zoologischen Museums Lausanne unter der Leitung von Professor Daniel Cherix verfügen wir heute über eine einzigartige Datenbasis, um die langfristige Entwicklung der Schmetterlingsbestände beurteilen zu können.
Die Ausstellung zeigt die Vielfalt und Pracht der einheimischen Schmetterlingsfauna, ihre Besonderheiten und ihre ökologische Bedeutung. Themen sind auch die Verwandlung der Schmetterlinge sowie die Unterscheidung von Tag- und Nachfaltern. Die Ausstellung schlägt nicht nur bezüglich Forschung Brücken zwischen der Arbeit verschiedener Generationen. Auch die beiden Fotografen haben einen unterschiedlichen Hintergrund: Der 93-jährige Othmar Lesnik hat als Autodidakt viele Jahre mit Insektenfotografie im Engadin verbracht, während der 29-jährige Yannick Chittaro an der Universität Lausanne Biologie studiert hat.
Vernissage: Mittwoch, 6. Juli um 19 Uhr
