Entstehung und Entwicklung

Die Gründung des ersten Nationalparks Mitteleuropas zu Beginn des 20. Jahrhunderts war eine eigentliche Pioniertat. Federführend waren Mitglieder der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft, unter ihnen Fritz und Paul Sarasin, Carl Schröter, sowie der Engadiner Steivan Brunies.

Sie betrachteten die fortschreitende Erschliessung der Bergwelt und die zunehmende Industrialisierung mit Sorge und gründeten den Schweizerischen Bund für Naturschutz, um dieser Entwicklung Gegensteuer zu geben. Ihr Ziel war es, ein Stück ursprüngliche Gebirgsnatur menschlicher Nutzung zu entziehen und "für ewige Zeiten" zu sichern. Gleichzeitig setzten sie sich zum Ziel, die natürliche Entwicklung des Naturreservats wissenschaftlich zu dokumentieren. Brunies kommentiert dies 1906 mit folgenden Worten:

"... dass nur durch ein solches grossangelegtes Werk zu hoffen ist, die erhalten gebliebene ursprüngliche Tier- und Pflanzenwelt unseres Landes in einem bestimmten Gebiet retten zu können“.

Die nachstehenden Karte zeigt die räumliche Entwicklung des Nationalparks. Der erste Vertrag mit der Gemeinde Zernez wurde bereits 1909 unterschrieben, weitere folgten. Bei der eigentlichen Parkgründung am 1. August 1914 betrug die Fläche bereits 143 km2. Heute sind es 170 km2. Doch es gab auch Rückschläge. So ging die Val Tavrü 1936 wieder verloren, weil sich der Bund für Naturschutz und die Gemeinde Scuol nicht über den Pachtzins einigen konnten. 

Im Buch Wildnis schaffen von Patrick Kupper finden Sie detaillierte Angaben zur Entstehungsgeschichte des Schweizerischen Nationalparks.

Hauptsponsoren