Forschung

Neuerscheinung Biosphäre 4.0

Im November 2020 erschien das Lehrbuch über Biosphärenreservate von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es ist eine erste Fachpublikation über die Gemeinsamkeiten und auch Unterschiede zwischen den Biosphärenreservaten in den deutschsprachigen Ländern.

Dieses Jahr kamen wiederum 25 neue Gebiete zum Weltnetz der Biosphärenreservate dazu. Momentan sind es weltweit 714 Biosphärenreservate (Stand Oktober 2020).  Seitdem gibt es in allen deutschsprachigen Ländern mindestens ein UNESCO Biosphärenreservat. In der Schweiz gibt es zwei. Eines ist unseres und das andere ist die UNESCO Biosphäre Entlebuch. Über all die verschiedenen Biosphärenreservate können sie im nebenstehenden Buch viel Interessantes erfahren.

 

Forschung in der UNESCO Biosfera Engiadina Val Müstair

Der Schweizerische Nationalpark, als Kernzone der UNESCO Biosfera Engiadina Val Müstair, hat die Forschung als eine Kernaufgabe. Eine eingesetzte Forschungskommission, welche bei der SCNAT angegliedert ist, koordiniert die Forschungsprojekte. Sie erstellt jährlich einen Flyer mit  Informationen über die aktuell laufenden Forschungsprojekte.

Diesen Flyer finden Sie hier: Forschungsflyer 2020

Forschungsprojekt: Der Baumschläfer Dryomys nitedula in der Terra Raetica

Baumschläfer, Dryomys nitedula. Foto Judith Eicher

Dieses grenzüberschreitende Forschungsprojekt  zur Erfoschung und zum Schutz einer seltenen Kleinsäuger-Art  in der Terra Raetica läuft seit Juli 2020. Mehr Informationen zur Verbreitung des Baumschläfers ist ein Ziel des Projekts. Falls Sie diesem oder Spuren von ihm begegnen freuen wir uns über eine Meldung über die Plattform Wilde Nachbarn

Deutsche Info / Romanische Info Baumschläferprojekt Terra Raetica

Im Projekt beteiligt sind alle Mitglieder des Arbeitskreises Natura Raetica.

 

Langzeitforschung: Quellen – einzigartige Grenz-Lebensräume

Quellen sind die Anfänge unserer Gewässersysteme. Sie sind der Ort, an dem Grundwasser zutage tritt und unsere Fliessgewässer speisen. Sie sind wichtige Trinkwasserspender für Mensch und Tier. Sie sind aber auch ein Lebensraum für zahlreiche Lebewesen, die sich an das Leben in Quellen angepasst haben. Durch ihre Position am Anfang eines Gewässers bieten Quellen stabile Umweltbedingungen mit vergleichsweise schwach schwankender Wassertemperatur und relativ stabiler Schüttung. Sie sind nährstoffarm und ihre Ionenkonzentration spiegelt die Geologie im Untergrund wider. Der Mensch hat seit jeher Quellwasser genutzt. Ihre Bedeutung für die Artenvielfalt in aquatischen Ökosystemen ist erst in den letzten Jahren in den Fokus gerückt. Quellen befinden sich stets in einem Spannungsfeld zwischen Nutzungsdruck und Aufrechterhaltung als Lebensraum für spezialisierte Gewässerorgansimen.

Quelle Punt Periv im Schweizerischen Nationalpark

Im Schweizerischen Nationalpark haben wir die Möglichkeit Quell-Lebensräume genau zu untersuchen, die seit über 100 Jahren keinem Nutzungsdruck mehr ausgesetzt sind. Wir können so ein besseres Verständnis von Quellen und ihren Bewohnern erlangen. Und es ermöglicht uns natürliche Quellen über einen langen Zeitraum hinweg zu untersuchen, um beispielsweise die Auswirkungen des Globalen Klimawandels auf Quellen und kleine Bäche zu analysieren, ohne dass andere anthropogene Faktoren einen Einfluss ausüben. 

Im UNESCO Biosphärenreservat Engiadina Val Müstair ist eine Vielzahl der Quellen durch menschliche Eingriffe wie zum Beispiel Beweidung beeinflusst. Dennoch sind viele dieser Quellen wertvolle Lebensräume, die quelltypische Gewässerorganismen beherbergen. Ziel der Arbeiten im UNESCO Biosphärenreservat Engiadina Val Müstair ist einerseits die Identifikation besonders schützenswerter Quellen, von denen zukünftig jegliche Nutzungen ferngehalten werden sollten. Andererseits werden auch hier Quellen vertiefter betrachtet, um die Auswirkungen des Globalen Klimawandels zu verstehen, wenn andere Faktoren wie Viehtritt den Lebensraum Quelle zusätzlich beeinflussen.

In einem 2019 gestarteten Langzeit-Untersuchungsprogramm werden ausgewählte Quellen und Bäche jährlich untersucht. Neben der Fauna werden die Wassertemperatur kontinuierlich aufgenommen und die Ionenkonzentration sowie andere Umweltfaktoren dokumentiert. Die Standorte sind im Schweizerischen Nationalpark und ausserhalb in der Val S-charl sowie im Val Müstair in der Umgebung von Tschierv.

Weitere Informationen zu aktuellen Forschungsprojekten finden Sie hier.