25. Februar: Vernissage Sonderausstellung Mauswiesel & Hermelin

Medienmitteilung des Schweizerischen Nationalparks vom 19. Februar 2015

Mauswiesel & Hermelin
Kleine Tiere – grosse Jäger


Vernissage der neuen Sonderausstellung im Nationalparkzentrum


Flinke Jäger im Nationalparkzentrum

Am 25. Februar eröffnet der Schweizerische Nationalpark in seinem Besucherzentrum in Zernez die neue Sonderausstellung Mauswiesel & Hermelin – Kleine Tiere, grosse Jäger. Die Ausstellung verschafft einen umfassenden Zugang zu zwei äusserst heimlich lebenden Raubtieren, die auch im Engadin durchaus anzutreffen sind.


Ist im Engadin wieder einmal ein Bär als grösstes in der Schweiz lebendes Raubtier unterwegs, gehen die Emotionen hoch. Zum kleinsten Raubtier der Welt hingegen, dem Mauswiesel, das ganzjährig bei uns lebt, fällt den meisten Personen gar nichts ein. Freilich hätte das Miniraubtier bequem in einer Hosentasche Platz, unterschätzen sollte man es deswegen jedoch auf keinen Fall. Genau hier setzt die vom Naturhistorischen Museum Fribourg konzipierte und vom Naturhistorischen Museum der Burgergemeinde Bern und des Schweizerischen Museums für Wild und Jagd adaptierte Ausstellung ein: Sie öffnet den Besuchenden die Tür in die Welt von Mauswiesel und Hermelin, informiert profund über Wissenswertes, Erstaunliches und Kurioses.

Spezialisiert auf Mäuse
Mauswiesel und Hermeline sind typische Nahrungsspezialisten. So gehören Scher-, Schnee-, Feld- und Erdmäuse zu ihrer Lieblingsbeute. Dabei kann es vorkommen, dass im Falle des Mauswiesels das Beutetier grösser ist als der Jäger selbst. Oft jagen sie Mäuse direkt in den Mauslöchern oder im Winter unter der Schneedecke. Kein Wunder also, dass kaum jemand die flinken Raubtiere zu Gesicht bekommt. Damit der Energienachschub gewährleistet ist, müssen die Kleinsäuger alle paar Stunden fressen. So vertilgen sie zur Freude der Landwirtschaft ein bis zwei Mäuse pro Tag. Sie müssen täglich etwa ein Drittel des Körpergewichtes an Nahrung aufnehmen. Die Spezialisierung auf Mäuse hat einen direkten Einfluss auf die Wieselbestände: Gibt es wenige Mäuse, schrumpft auch die Wieselpopulation und umgekehrt.

Tarnungskünstler
Ein weiterer Grund, der die Sichtung der kleinen Räuber so schwierig macht, ist ihre perfekte Tarnung. Wie Schneehase und Schneehuhn passen Hermeline ihre Fellfarbe im Winter der Umgebung an. Je nach Aussentemperatur und Tageslänge werden Hormone ausgeschüttet, die den Fellwechsel steuern. Bei den Mauswieseln gibt es auch eine Form, die im Winter keinen Fellwechsel durchmacht.

Unsichere Bestände
Aufgrund der schwierigen Beobachtungsbedingungen ist eine genaue Bestandeserhebung relativ schwierig. Während beide Arten schweizweit stark zurückgegangen sind, sieht die Situation im Kanton Graubünden und auch im Schweizerischen Nationalpark noch relativ gut aus. Hier finden die Tiere einen vielfältigen und reich strukturierten Lebensraum mit dichter Vegetation, Hecken, Steinhaufen oder Trockenmauern und naturnahen Waldrändern. Genau von diesen Habitaten profitieren auch eine Menge weitere gefährdete Arten wie Schlangen, Eidechsen, Igel sowie diverse Vögel und Insekten.

Vernissage mit Fachpersonen
Die Ausstellung thematisiert nebst Mauswiesel und Hermelin auch weitere Arten aus der Familie der Marderartigen. Dr. Jean-Steve Meia, Biologe und Autor der Ausstellung, wird anlässlich der Vernissage den inhaltlichen Rahmen vorstellen. Der Biologe und Spezialist für Kleinsäuger, Dr. Jürg P. Müller, wird einen Einblick in das Leben von Mauswieseln und Hermelinen ermöglichen.
Vernissage: Mittwoch, 25. Februar um 19.00 Uhr, Nationalparkzentrum Zernez.

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Bildlegende
Zwei Junge Hermeline im Sommerkleid
©SNP/Claudio Irniger

Kasten 1
Ein bunter Strauss von Begleitaktivitäten

  • Im Rahmen der Vortragsreihe NATURAMA des Schweizerischen Nationalparks wird Dr. Jürg P. Müller einen Vortrag halten. Das genaue Datum wird noch publiziert.
  • Anlässlich des Tages der offenen Naturzentren bietet der SNP am Samstag, 12. September 2015, öffentliche Führungen durch die Ausstellung an.
  • Die Schulklassen der Region erhalten Anfang 2016 die Gelegenheit, die flinken Raubtiere im Rahmen der Winteraktivitäten im Besucherzentrum kennenzulernen.

Kasten 2

Öffnungszeiten

  • Bis 8. März 2015:
    Mo bis Sa 9.00 bis 17.00 Uhr, So geschlossen
  • 9. März bis 13. Mai 2015:
    Mo bis Fr 9.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr
  • Sa und So geschlossen
    14. Mai bis 1. November: täglich von 8.30 bis 18.00 Uhr

Die Ausstellung dauert bis zum 15. Februar 2016.

Weitere Informationen:

SCHWEIZERISCHER NATIONALPARK

Tel. 081 851 41 11
Email: lozza(at)nationalpark.ch
Internet: www.nationalpark.ch