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Zuckmücken als Indikatoren für Biodiversität

Zuckmücken (Chironomidae), auch bekannt als Schwarm- oder Tanzmücken, kommen auf der ganzen Welt vor, sogar in Extremlebensräumen wie der Antarktis. Ihr Körperbau ähnelt den Stechmücken, doch sie sind vielmehr für ihre zuckenden Vorderbeine bekannt – stechen tun sie nämlich nicht. In alpinen Landschaften ist die Vielfalt an Zuckmücken vergleichsweise hoch. So gibt es insgesamt bis zu rund 100 Artgruppen, wovon in einer Studie (2002–2010) insgesamt 42 auf Macun festgestellt wurden. Diese 42 Zuckmückenarten unterscheiden sich von denjenigen in anderen alpinen Einzugsgebieten. Dies vermutlich deshalb, weil der Gewässerlebensraum mit Zuflüssen aus Blockgletschern, Seen, Bächen und Grundwasser hier besonders dynamisch ist. Viele der alpinen Zuckmücken sind auf alpines Gewässer spezialisiert und endemisch, entsprechend also besonders sensibel auf Veränderungen der Umweltbedingungen. Auch gibt es oft nur wenige Individuen pro Art. Da kleine Insekten wie die Zuckmücken die Basis der Nahrungspyramide bilden (sie werden beispielsweise von Fischen oder Vögeln gefressen), haben Veränderungen hier ein besonderes Gewicht. Zuckmücken sind deshalb wichtige Indikatoren bei der Beurteilung von Klimaveränderungen. 
 

Literatur:

  • Robinson, C.T., C. Thompson, B. Lods-Crozet & R. Alther (2016): Chironomidae diversity in high elevation streams in the Swiss Alps. Fundam. Appl. Limnol. Vol. 188/3 (2016), 201-213 ►Online Publikation
  • Lods-Crozet B., B. Oertli & C.T. Robinson (2012): Long-term patterns of chironomid assemblages in a high elevation stream/lake network (Switzerland) - Implications to global change. Fauna norvegica 31: 71-85 ►Online Publikation
  • Wipf, S., B. Baur & T. Rutishauser (2019): Gipfelstürmer im Klimawandel. In: Cratschla 2/2019: 2-5. ►Nationalparkzeitschrift Cratschla